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Für Augenblicke geistert Einstein über die Szene, wird von Dr. Zahnd aber wieder schlafen geschickt.
Anfang der achziger Jahre stelte Dürrenmatt den Roman "Justiz" fertig: Kantonsrat Kohler erschießt "en passant" den Rektor der Züricher Universität Winter in einem vollbesetzten Restaurant beim Abendessen. Kohler läßt sich ohne Widerstand festnehmen und zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilen. Grund für den Mord ist, daß er getötet hat, um zu beobachten, gemordet, um die Gesetze zu untersuchen, die der menschlichen Gesellschaft zugrunde liegen. Und er gibt aus dem Zuchthaus heraus, dem prominenten Soziologen Knulpe den Auftrag zu untersuchen, welche Auswirkungen sein Mord in der Gesellschaft hat. Im zweiten Teil erkent der Anwalt, in eine Falle gelockt worden zu sein. Kohler will Freispruch und Revision - und erreicht beides. Das letzte Drittel mußte nach einem Vierteljahrhundert hinzugefügt werden. Der Anwalt spürt nun jenen Personen nach.
„Du hast mich besiegt, und ich weiche. Doch von nun an bist auch du tot - tot für die Welt, den Himmel und die Hoffnung! In mir hast du gelebt - nun sieh in diesem Abbild, das dein eigenes ist, wie unwiderruflich du dich selbst ermordet hast.“
David Poe jr. stammte von irischen Einwanderern ab und wuchs in Baltimore auf. Die Familie Poe war damals hoch angesehen, weil sich Edgars Großvater David Poe im Unabhängigkeitskrieg sehr verdient gemacht und nicht zuletzt eine bedeutende Rolle beim Sieg gespielt hatte. Er kam zwar aus Irland, doch trotzdem wurde er zu einem opferbereiten Patriot. Teilweise griff er auf das eigene Familienvermögen zurück um seine Truppen zu finanzieren. Er erreichte den Rang eines Majors, aber nachdem er 1814 im stolzen Alter von 71 Jahren aktiv bei der Schlacht von North Point mitwirkte, die britischen Invasionstruppen aus Baltimore verjagte, und so Amerika befreite, wurde er eine Legende und ging als „General Poe“ in die Geschichte ein.
Im Januar 1837 kündigt Poe seine Stelle beim „Southern Literary Messenger“ und verließ Richmond im Februar Richtung New York.
Im Roman macht sich Dürrenmatt über die Filmhandlung geradezu lustig. Er bricht die Filmgeschichte auf, macht sie durchsichtig, indem er sie den ehemaligen Kommandanten der Züricher Kantonspolizei, Dr. H., dem Autor erzählen und natürlich ganz anders ausgehen läßt. Dr. H. steht den Kriminalromanen- und filmen der üblichen Machart kritisch, ja ablehnend gegenüber. Er nimmt den Autor, dessen Vortrag über das Schreiben von Kriminalromanen er besucht hat, von Chur nach Zürich im Wagen mit, weil er ihn schätzt, wenn auch nicht so sehr wie Max Frisch, der ihm näherliegt, wie er seinem Fahrgast bekennt. Dr. H. stellt die Möglichkeit kriminalistischer Wahrheitsfindung in Frage.
Dann erscheinen Pfleger in schwarzen Uniformen mit Pistolen und auch Dr. Zahnd. Zunächst läßt sie das Porträt des Geheimrats, ihres Vaters, über dem Kamin austauschen gegen das des Generals Leonidas von Zahnd. Man meldet ihr, die erwarteten "Koryphäen" mit Generaldirektor Fröben seien eingetroffen. Möbius, Newton und Einstein werden herbeizitiert. Sie versuchen, die Verrückten zu spielen, werden aber schnell aus ihrem überschwenglichem Gebaren gerissen, als Dr. Zahnd plötzlich die wahren Namen von Newton und Einstein ausspricht. Ihr Gespräch ist also abgehört worden! Die Geheimsender werden herbeigeholr und in hellem Scheinwerferlicht stehend erkennen sie, daß die "Villa" von Wärtern umstellt ist.
Der entscheidende Gesichtspunkt in dem Plan von Monnet, wie er am 9. Mai präsentiert wurde, bestand darin, daß er die Eigentumsverhältnisse in der Industrie nicht veränderte. Das Neue bestand in der Schaffung der Hohen Behörde, die jenseits der Nationalen Souveränität errichtet werden sollte mit der Aufgabe, die Industrien der Mitgliedsländer zu kontrollieren. Wenn die Hohe Behörde laufend über den Produktionsstand der jeweiligen Industriezweige informiert wurde und ausreichende Kontrollrechte besaß, konnte in Frankreich gar nicht erst der Verdacht entstehen, die Deutschen produzieren in irgendeinem Betrieb statt Weißblech Panzerplatten. Zugleich bot der Plan von Monnet mit der Einladung an die übrigen westeuropäischen Länder den konkreten Ansatz zur westeuropäischen Einigung. Er eröffnete weite Perspektiven und regte die Phantasie an. Er entwickelte die Vision eines Aufbruchs zu neuen Ufern, die Hoffnung, daß mit der Errichtung der Hohen Behörde, einer vergleichsweise unkomplizierten Einrichtung, ein Aufbauwerk in Gang gesetzt würde, das Europa von Grund auf zu verändern in der Lage sei. Der Schumanplan stellte keineswegs ein hauptsächlich europapolitisches Projekt dar, sondern vertrat handfeste nationale wirtschaftliche Ziele. Entscheidend daran aber war, daß der Plan verhandlungsfähig war und schließlich eine Kompromißlösung gefunden wurde.
Er ist zum Zeitpunkt der Geschehnisse vierzig Jahre alt. Ohne Zweifel ist er die Hauptgestalt der Komödie im Sinne seiner dramatischen Funktion als Überbringer der Dürrenmattschen Botschaft an das Publikum.
„Er war von ungewöhnlicher Selbstachtung, ohne Stolz, strikt gerecht, und korrekt in seinem Benehmen gegenüber seinen Kameraden. Seine natürliche und hervorstechende Eigenschaft schien mir sein enthusiastischer Eifer in allem, was er unternahm. Seine imaginären Kräfte schienen allen anderen Fähigkeiten vorauszugehen.“
Adenauers Verhältnis zu Schuman blieb weiterhin distanziert. Die seit 1952 zunehmenden Schwierigkeiten mit der Saar trugen das ihre dazu bei, der herzliche Ton der Beziehung, wie er am Anfang in Bassenheim bestanden hatte, kam nicht wieder. Eher gab es Ausschläge zur Gegenseite hin. So äußerte Adenauer am 23. Mai 1951, daß er über Schumans Verhalten so verärgert sei, daß er sich am liebsten allein betrinken wolle( Lenz, Otto, “Im Zentrum der Macht. Das Tagebuch des Staatssekräters Otto Lenz 1951-1953”, Seite 85). Während er selbst an Autorität gewann und seine politische Stellung ständig festigte, konstatierte er den Machtverfall seines Mit- und Gegenspielers am Quai d´Orsay. Als Schuman dann stürzte, fiel das Schreiben Adenauers vom 9. Januar 1953 anläßlich seines Rücktritts eher unpersönlich aus.
Man ist geneigt, ihn zu unterschätzen, dabei erweist er sich als kühler Rechner, der auch Situationen, die dazu führen könnten, daß man den Kopf verliert, mit verstandeskraft meistert.
Die weltpolitischen Ereignisse jener Zeit wirkten sich auf die Entwicklung in Deutschland aus . Die Entstehung der Bundesrepublik und die erste Ausrichtung ihrer Politik standen unter dem Eindruck des beginnenden “Kalten Krieges” zwischen den Großmächten USA und Sowjetunion .Beide Seiten versuchten, den von ihnen beherrschten Teil Deutschlands auf Dauer in ihr Lager zu integrieren. Den Bedenken deutscher Politiker gegen die Bildung eines Westdeutschen Separatstaates und dem Wunsch nach direkter Wiedervereinigung der verschiedenen Besatzungsgebiete standen die tatsächlichen Machtverhältnisse gegenüber. Die westdeutsche Bevölkerung fühlte sich ohne Zweifel stärker dem Westen als dem Osten zugehörig. Kulturelle Vergangenheit, zivilisatorisches Niveau und technischer Standard spielten hierbei eine ebenso große Rolle wie die Kriegs- und Nachkriegserlebnisse von Millionen Deutschen beim unmittelbaren Kontakt mit den östlichen Lebensformen und dem Verhalten der Sowjetarmee bei der Besetzung Ost- und Mitteldeutschlands.
Im Oktober des Jahres 1839 erschien seine zweite erfolgreiche Erzählung des Jahres mit dem Titel „William Wilson“, die ich schon wegen ihrer autobiographischer Hintergründe anführte. 1840 kommt es zum Streit zwischen William E. Burton, dem Herausgeber des „Burton´s Gentleman´s Magazine“ und Poe dem Zweitherausgeber. Es ging um den unangemessen kleinen Lohn für Poe. Als er auf seine energische Art und Weise ein höheres Gehalt forderte verkrachte er sich mit seinem Arbeitgeber und kündigte. Poes Traum eine eigene Zeitschrift herauszugeben gewann an Materie und er fing ernsthaft an eine solche Zeitschrift zu planen. In der Vorankündigung seiner Zeitschrift, die er „Penn“ nennen wollte schrieb er:
„ ,The Raven´ hat eine Sensation hervorgerufen - einen Ausbruch von Horror hier in England. Einige meiner Freunde sind gepackt vor Furcht und einige von der Musik der Verse. Ich habe von Personen gehört, die durch das „Nevermore“ verfolgt werden.“
Er schluckte normalerweise tödliche Mengen der opiumhaltigen „Laudanumtinktur“. Zwar hätte diese Überdosis jeden normalen Menschen sofort getötet, aber durch Poes jahrzehntelangen Drogenkonsum war sein Organismus an solche Mengen gewöhnt. Poe bekam lediglich rasende Kopfschmerzen und die normalen Drogenauswirkungen zu spüren. In diesen Zustand der wahnsinnigen Erregung kehrt Poe zu seiner Angebeteten zurück und konnte sie schließlich am 14. November dazu überreden den Heiratsantrag anzunehmen. Doch sie stellte die Bedingung, daß Poe nie mehr zum Alkohol greift. Kurz vor der Hochzeit hielt Poe noch eine Lesung vor mehr als 2.000 Leuten. Auch diesmal wurde der Vortrag ein großer Erfolg.
Auf Dürrenmatt regnete es nun Ehrungen, Preise, Doktorhüte, Medaillen, Aufträge, Einladungen zu Vorträgen.
Als Dr. Lutz erkennt, wo er da hineingeraten ist, fühlt er sich völlig hilflos. Der Nationalrat hat jetzt leichtes Spiel mit ihm. Zwar versucht Lutz noch einmal, die ganze Sache zu bagatellisieren: Selbstverständlich hätten die Industriellen das Recht zu privaten Verhandlungen. Die Polizei mische sich da nicht ein. Schmied sei privat bei Gastmann gewesen und überdies ja nicht allein, sondern neben einer Reihe von Künstlern.