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Bärlach läßt sich als Rekonvaleszent in die Höhle des Löwen verlegen, inkognito, aber ohne Rückendeckung. die Entlarvung und Verhaftung Emmenbergers soll sein letztes Meisterstück sein. Doch anläßlich Bärlachs bevostehenden Dienstaustritt erscheint in der Zeitung "Der Bund" sein Bild, und Emmenberger weiß nun, wer der neue Patient ist und errät, was er im Schilde führt. Bei der Pensionierung eines prominenten Beamten pflegt eine kleine Würdigung mit Bild zu erscheinen. Das hatte der sonst so gewitzte Kriminalist nicht bedacht.

Als im Magazin "Life" das Foto erscheint, welches den angeblichen Nehle bei einer Vivisektion in Stutthof zeigt, läßt Emmenberger sein Double aus Chile kommen. Er ermordet ihn in einem Hamburger Hafenhotel und täuscht einen Selbstmord vor.

„Er verachtete unwissende Leute und mochte keine belanglose Plauderei. Er lehnte dunkelhäutige Menschen ab. Wenn er liebte, liebte er rasend. Obwohl er sehr zärtlich und gefühlvoll war, hatte er ein rasches, leidenschaftliches Temperament und war sehr eifersüchtig. Seine Gefühle waren intensiv, und er konnte sie nur wenig kontrollieren. DVD2SVCD



"Klara" leitet sich her vom Lateinischen: die Helle, Berühmte. Ehe die vormalige Klara Wäscher leibhaftig ins Spiel tritt, bilden sich denn auch Konturen der Milde und Güte ab. Die Spital- und Kirchenstifterin wird gepriesen. Ihre Wohltätigkeit gibt Güllen Zukunftshoffnungen, wenn man nur zartfühlend, klug und psychologisch richtig mit der Heimkehrenden umginge.



DVD2SVCD Bärlachs Gegenspieler ist ein Gastmann konträrer Verbrechertyp. War Gastmann eine zwielichtige Erscheinung, ist Emmenberger das total Böse, die Verkörperung des sadistischen Faschismus. Das Sensationsfoto hat unter Lebensgefahr der Häftling Gulliver geschossen, ein von Emmenberger ebenfalls ohne Narkose operierter Jude, den Bärlach kennt, eine riesenhafte Gestalt voller Narben und Verkrüppelungen, überlebensgroß und unbehaust, in weitem Kaftan, in dem er auch schläft, sich immerwährend mit Wodka betäubend und zugleich am Leben erhaltend, eine Märchen- und Symbolfigur, die vornehmlich durch Fenster einsteigt, und sich auch wieder entfernt. Mit Hilfe von Gulliver und anderer Freunde des Kommissärs wird der Chefarzt Emmenberger in einem heimlichen Ermittlungsverfahren als SS-Folterknecht Nehle identifiziert. Verwunderlich, daß Dürrenmatt einen Schweizer zum Naziarzt macht. Der Name Emmenberger erinnert zudem an Dürrenmatts Geburtsdistrikt Emmental.

 

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Reinhold Dürrenmatt galt als guter Seelsorger und besuchte bis ins hohe Alter die Kranken. Mit den Interessen seines Sohnes war er niemals einverstanden, und Fritz, wie Friedrich Dürrenmatt von den Eltern und Spielkameraden genannt wurde, respektierte seinen Vater aber von einer innigen Beziehung konnte keine Rede sein.





























Mit etwas weniger Überzeugung läßt sich immerhin sagen, daß hier tatsächlich die Weicheneinstellung erfolgte, die seine Politik fortan bestimmen sollte.




Augen offen

Die Wahrheit über den Auslandsaufenthalt enthüllt sich im Verlaufe der Romanhandlung. In Wirklichkeit nämlich tat Emmenberger unter dem Namen Nehle als SS-Arzt im KZ-Lager Stutthof Dienst. Mit dem Versprechen auf eine Lebenschance brachte er seine Opfer dazu, sich freiwillig für Vivisektionen zur Verfügung zu stellen. Der echte Nehle weilte indessen unter dem Namen Emmenberger in Chile, wo er auch wissenschaftliche Artikel für die Fachpresse schrieb, die sich stilistisch freilich nicht annähernd mit der Sprachbrillanz des echten Namensträgers messen können.












Nach diesem Stück dauerte es zwei Jahre, bis Dürrenmatt ein neues Stück auf die Bühne brachte:

In Bärlachs Zimmer wartet Tschanz. Der Kommissär will zu dem Schriftsteller gefahren werden. Wie sich zeigt, hat Tschanz das Auto des toten Leutnants Schmied auf Abzahlung gekauft. Unterwegs fragt er nach dem Inhalt der Mappe aus Schmieds Zimmer. Bärlach beschwichtigt ihn: "Nichts Amtliches, Tschanz, nur Privatsache."














Man konnte die außen- und deutschlandpolitischen Initiativen den dafür











Emmenberger, ein "übereleganter Sechziger" von hagerer Gestalt, auf Hormonbehandlung spezialisiert, Eigentümer der Privatklinik Sonnenstein, schien als junger Student zu den schönsten Hoffnungen zu berechtigen. Im medizinischen Fach unter den Tüchtigsten, zeichnete er sich außerdem durch vielseitige Interessen und gewandten Umgang mit dem geschriebenen wort aus. Obzwar die es gesehen hatten seinen Mut und seine Entschlußkraft bewundern mußten, mit denen er einem Wanderkameraden das Leben rettete durch eine Notoperation ohne Betäubung, sprach niemand gern darüber. Zu unheimlich wirkte es, daß der junge Chirurg diesen Umstand mit teuflischer Freude zu genießen schien. Er bringt es schließlich zu einem hervorragenden medizinischen Abschluß, nicht aber zu Seßhaftigkeit und Bürgerlichkeit. 1932 wandert er aus der Schweiz aus nach Deutschland, von wo aus er wenig später nach Chile gegangen sein soll.















„Seine feuerroten Augen wühlten mit das Innerste empor.“

Die Zielsetzungen:















Dann reiste er mit seiner Frau Lotti nach Amerika, um die Ehrendoktorwürde der Temple University, Philadelphia, entgegenzunehmen. Dann flogen sie nach Florida, Yukatan, Jamaika, Puerto Rico und nach New York. Was sie auf dieser Reise erlebten schildert Dürrenmatt in einem kleinen Buch: Sätze aus Amerika.

Kritiker werten die Ill-Gestalt von recht differenzierten Ansätzen her, ihr so Facetten-Reichtum und theatralisches Anziehungsvermögen bescheinigend, wie einige ausgewählte Belegstellen repräsentativ veranschaulichen mögen.

Wenn auch seine Methoden fragwürdig waren und es ihm nicht gelang, den Franzosen sein Anliegen überzeugend darzulegen, weil bei ihnen das Mißtrauen gegenüber allem Deutschen überwog, so bleibt doch sein Bemühen bemerkenswert, den deutsch - französischen Gegensatz zu überwinden und dabei dem Rheinland eine herausragende Stellung zu verschaffen. Das Rheinland, vor allem sein nördlicher Teil, stellte zwar nie eine Brücke zwischen Deutschland und Frankreich dar, aber er wollte es halt so sehen und fühlte sich von dieser Perspektive auch zum Handeln herausgefordert.









Für den gleichen Abend acht Uhr ist Tschanz zu Bärlach bestellt. Er findet einen festlich gedeckten Tisch. Mit Erstaunen erlebt er, wie der Alte von einem vielgängigem Mahl jeweils gigantische Portionen verschlingt. Daß er nun endlich Schmieds Mörder gestellt hat, soll gefeiert werden. Tschanz begreift, er ist dem Alten in die Falle gegangen.

Im Jahr 1836 hatte er nur die Zeit einige wenige Erzählungen zu schreiben. Er schrieb nun auch Kritiken für den „Southern Literary Messenger“. Sie wurden sehr hoch eingeschätzt, denn gegenüber manch anderer Kollegen verließ er sich nicht nur auf seine emotionale Meinung sondern er legte den Schwerpunkt auf den Inhalt und die Aussage eines Textes. Er analysierte den Text scharfsinnig und ließ sich nicht von moralischen Gesichtspunkten beeinflussen. Diese Art der Kritik war damals noch neu und zuerst gab es einige Stimmen die wiederum seine Kritikmethode kritisierten. Doch letztendlich äußerte sich die Befürwortung seiner sachlichen Methode indem sich die Auflage der Zeitung verdoppelte. Durch den intensiven Kontakt mit der zeitgenössischen Literatur und Kultur wurde er natürlich sehr beeinflußt. Doch anstatt die Stile der teilweise etwas inflexiblen Schriftsteller zu adaptieren mischte er aus den verschiedenen Richtung seine individuelle Note. Leider gab es wie immer auch einige kritische Stimmen, die ihn in einer Karikatur als „Kritiker Bulldogge“ verspotteten. Dies legte sich mit der Zeit aber wieder.

Die Debatte des Bundestages am 24. November ist vor allem durch den Zwischenruf Kurt Schumachers - Adenauer sei “der Kanzler der Alliierten” - in die Geschichte eingegangen (Auszug der Debatte in: Adenauer, Konrad: “Erinnerungen 1945-1953”, Seite 285-293). Er war der Höhepunkt einer chaotischen Sitzung, die bis in die Morgenstunden dauerte. Der Alkoholausschank war nicht unterbunden, so daß ein Teil der Ausfälligkeiten und Störungen auf mangelnde Nüchternheit zurückzuführen war. Die Sozialdemokratie war darüber frustriert, daß die Opposition vom Bundeskanzler bewußt über die Entwicklung zum Petersberger Abkommen nicht auf dem laufenden gehalten worden war, und sie beanstandete mit stichhaltigen Gründen die Haltung der Regierung, das Abkommen nicht durch das Parlament ratifizieren zu lassen. Da es aber noch kein Verfassungsgericht gab, entfiel die Möglichkeit der rechtlichen Überprüfung. Es war naheliegend, daß die Opposition das Ergebnis als mager bezeichnete. Zunehmende Verbitterung machte sich bei Schumacher bemerkbar, als Adenauer triumphierend die Meldung über die Zustimmung des DGB zum Petersberger Abkommen verlas. Als Adenauerim weiteren Verlauf der Debatte die Situation durch die Alternative charakterisierte: Entweder Beitritt zur Ruhrbehörde oder, was Robertson schon angekündigt habe, Durchführung der Demontagen bis zum Ende, fiel der ominöse Zwischenruf vom “Kanzler der Alliierten”. Was Schumacher damit zum Ausdruck bringen wollte, ist simpel. Er wollte den Kanzler verletzen, ihn beleidigen. Hinzu kam wahrscheinlich in dieser Situation der Haß auf den erfolgreichen Gegenspieler, der die Opposition in eine schwierige Lage Manövriert hatte. Nachdem der Satz in verschiedenen Zusammenhängen immer herangezogen wird, stellt sich unabhängig von dem unmittelbaren Kontext jedoch die Frage, was darunter zu verstehen ist.

Nach der Gründung der NATO im April 1949 schrieb “Le Monde”, “daß die deutsche Wiederaufrüstung im Atlantikpakt enthalten sei wie der Keim im Ei” (“Die deutsch-französischen Beziehungen”, Seite 53). Und doch sollten fast sieben Jahre vergehen bis, die ersten deutschen Soldaten ihre Uniformen anzogen. Im Petersberger Abkommen, ein gutes halbes Jahr später, verpflichtet sich die Bundesregierung, die Entmilitarisierung des Bundesgebiets aufrecht zu erhalten und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Neubildung irgendwelcher Streitkräfte zu verhindern. Dennoch bestand in den Expertenkreisen der drei Westmächte zu diesem Zeitpunkt bereits die Überzeugung, daß eine Verteidigung Westeuropas ohne Einbeziehung der Bundesrepublik nicht möglich sei. Daß es dennoch so lange gedauert hat, bis die mehr als bescheidenden Anfänge der Bundeswehr präsentiert werden konnten, zeigt die Kraft des Widerstandes bei den ehemaligen westlichen Kriegsgegnern - keineswegs nur Frankreich - gegen die Vorstellung, daß es wieder deutsches Militär geben könnte. Zwischen der Einsicht in die Notwendigkeit und dem Entschluß, daß für notwendig Erachtete auch in die Tat umzusetzen, können sich in demokratisch verfaßten Ländern erhebliche zeitliche Verschiebungen und Widersprüche ergeben, die manchmal sogar unüberbrückbar sind. Obwohl das Gefühl der Bedrohung durch die Sowjetunion seit 1948 dramatisch zunahm, blieb dennoch der Zweite Weltkrieg, den Deutschland planmäßig vorbereitet und mit erbarmungsloser Konsequenz bis zum Ende geführt hatte, unvergessen und im Bewußtsein vieler noch bedrängend aktuell. Doch auch in der Bundesrepublik bestand keine Sehnsucht nach einer neuen “schimmernden Wehr”.









Doch dann geschieht Merkwürdiges. In der Halle mit den Büchern nimmt er aus der Manteltasche einen schweren Revolver. Und unter dem Wintermantel hatte er den linken Arm mit dicken Tüchern umwickelt, wie es Scheintäter bei der Hundeabrichtung vorsorglich zu tun pflegen.

Man konnte vorrangig die Einheit Deutschlands anstreben. Eine solche Politik











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